Ein Pfeiler der ivorischen Gesellschaft
In der Côte d’Ivoire beschränkt sich die Wohltätigkeit nicht auf große NGOs. Sie ist in der Kultur, in den alltäglichen Gesten und im Konzept der Solidarität, genannt „Entraide“, verankert.
1. Was ist Wohltätigkeit?
Wohltätigkeit bedeutet, für das Wohl anderer zu handeln, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Das kann sein: jemandem, der Hunger hat, etwas zu essen geben, das Schulgeld für einen Neffen bezahlen oder eine Sammlung für eine Familie organisieren, die von einem Brand betroffen ist.
2. Die traditionelle Form: Tontine und gegenseitige Hilfe
Schon vor dem Aufkommen von Vereinen praktizierten die Ivorer die Tontine. Jedes Mitglied zahlt einen Betrag ein, und der Reihe nach erhält jemand den Gesamtbetrag, um ein Projekt zu verwirklichen.
In den Dörfern, wenn jemand ein Haus baut, kommt das ganze Viertel kostenlos helfen. Das ist gemeinschaftliche Wohltätigkeit.
3. Warum ist das heute wichtig?
Mit der Urbanisierung lockern sich die Bindungen. Aber die Wohltätigkeit bleibt ein soziales Sicherheitsnetz.
- Sie reduziert die Armut auf lokaler Ebene
- Sie stärkt die sozialen Bindungen
- Sie gibt dem individuellen Erfolg einen Sinn: „Ich habe es geschafft, also helfe ich meiner Familie und meinem Dorf“
4. Wie kann man sich engagieren?
Du musst nicht reich sein, um Wohltätigkeit zu praktizieren:
- Teile deine Fähigkeiten: Hilf einem Nachbarn, einen Lebenslauf zu schreiben
- Gib weg, was du nicht mehr nutzt: Kleidung, Bücher, Geschirr
- Unterstütze eine lokale Sache: Waisenhaus, Schule im Viertel, solidarischer Markt
5. Ein konkretes Beispiel
In Abidjan nutzen viele junge Menschen TikTok und Instagram, um Spendenaktionen zu starten und chirurgische Eingriffe oder Wasserbohrungen in den Dörfern zu finanzieren. Das Internet hat nur eine alte Praxis modernisiert.
Zusammenfassend:
In der Côte d’Ivoire hat es wenig Wert, allein erfolgreich zu sein. Der wahre Erfolg ist es, wenn du andere mit dir nach oben ziehst.






